089 / 62 83 38 25

Haftungsfallen bei Tippgeberschaft, Emissionsprospekte: aktuelle Rechtsprechung

Unter der Überschrift „Top Five der aktuellen Rechtsprechung“ werden in einem Live-Webinar aktuelle Rechtsfragen aus dem Bereich des Bank- und Kapitalmarktrechts dargestellt. Unter anderem werden auch Handlungsanweisungen für die tägliche Praxis gegeben, insbesondere, wie Haftung vermieden werden kann und wie man sich im Falle einer Inanspruchnahme am besten verhält. 

Haftungsrisiken für Berater
Die aktuelle Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu Bausparkassenverträgen (Abschlussgebühr, Darlehensgebühr, Kündigung), die Haftung bei Verwendung eines Emissionsprospekts trotz rechtzeitiger Übergabe an den Kunden sowie Haftungsfallen bei der bloßen Tippgeberschaft werden live und interaktiv in dem einstündigen Webinar am 11.05.2017 behandelt. Zudem geht der Referent auf das Thema Beratungsprotokoll als Grundlage für die Verjährungseinrede detailliert ein. 

Pflichten des Beraters
„Die Klägerin ist ein erwachsener und mündiger Bürger. Sie kann nicht beanspruchen, von der Viertbeklagten wie ein Kleinkind beaufsichtigt, behütet, überwacht und darauf kontrolliert zu werden, ob sie die Prospekte vor der Zeichnung, deren Zeitpunkt sie eigenverantwortlich bestimmt und festgelegt hat, tatsächlich gelesen und verstanden hat. Die Viertbeklagte war nicht verpflichtet, sich zu vergewissern, dass die Klägerin die Prospekte tatsächlich gelesen und verstanden hat. Eine solche Pflicht eines Beraters besteht in keiner Weise. Im Gegenteil: Zum einen war es die ureigene Pflicht der Klägerin, den Prospekt bereits im eigenen Interesse sorgfältig und gründlich zu lesen, und sie kann ein Unterlassen der Erfüllung dieser ihrer eigenen Pflicht nicht der Beklagten zum Vorwurf machen (BGH, Urteil vom 26. Februar 2013, XI ZR 345/10, Rdnr. 33, zitiert nach juris). 

Zum anderen herrscht in Deutschland immer noch Vertrags- und Entscheidungsautonomie. Ein Berater hat es insbesondere sogar zu beachten, wenn ein zu Beratender nicht beraten werden will. Der Berater ist ausschließlich verpflichtet, seine Beratung anzubieten. Wenn der zu Beratende dieses Angebot ablehnt, hat der Berater seine Beratungspflichten bereits vollständig und erschöpfend erfüllt. Alles andere wäre ausschließlich falsch verstandener Verbraucherschutz und letztendlich nur noch Verbraucherentmündigung“, so das Landgericht Berlin in einem Urteil aus dem Jahr 2016 (LG Berlin, Urteil vom 14. Juni 2016 – 2 O 218/15 –). Es hat damit die Klage eines Anlegers gegen einen Berater wegen angeblicher Falschberatung abgewiesen.

Live-Webinar mit Fachanwalt
Das Webinar ist trotz der abstrakten rechtlichen Fragestellungen praxisnah gestaltet und liefert zahlreiche Handlungsempfehlungen, insbesondere zur Haftungsvermeidung in der Kapitalanlageberatung. Pauschalierungen dienen hierbei nicht dem Anlegerschutz, sondern konterkarieren denselben. Referent ist RA Oliver Renner, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, Rechtsanwälte Wüterich Breucker in Stuttgart, er ist u.a. Spezialist im Bereich Wertpapier- und Verbraucherrecht. Renner ist außerdem durch zahlreiche Publikationen und Fachvorträge zur Haftung des Anlageberaters und aktuellen Rechtsprechungen bekannt. Darüber hinaus ist er langjähriger Dozent beim Studiengang Finanzfachwirt/-in (FH) am CAMPUS INSTITUT.

Weitere Informationen sowie eine Anmeldemöglichkeit zum Webinar:
campus-institut.de/seminare/webinare/

Das Foto finden Sie zum Download unter:
www.campus-institut.de/fileadmin/Bilder/Renner_Oliver.JPG

Download PDF